70 Jahre Flucht aus Siebenbürgen

Am Sonntag den 26. Oktober 2014 predigte Pfr. i. R. Mag. Volker Petri in der Friedenskirche. Der Sonntag war auch als Erinnerung an 70 Jahre Flucht aus Siebenbürgen gedacht, denn auch in Vöcklabruck haben viele Siebenbürger eine neue Heimat gefunden. Aus diesem Grund waren auch einige Trachtenträger in der Kirche, um die Gottesdienstbesucher auf diesen besonderen Inhalt des Sonntags aufmerksam zu machen.

Die Predigt zu Lukas 17, 11 – 19 (Jesus und die 10 Aussätzigen) befasste sich mit der Dankbarkeit. Pfr. Petri schuf eine Verbindung zwischen den Empfindungen, die die Aussätzigen damals hatten und den Empfindungen, die die in Vöcklabruck gelandeten Siebenbürger hatten. Auch sie waren nicht unbedingt willkommen, galten als staatenlos und haben sich erst durch Fleiß und Arbeitskraft in die hiesige Gesellschaft integriert. Heute kann man dankbar auf das zurückblicken, was vielleicht auch ein Geschenk Gottes war: Heimat zu finden. Immer noch gibt es Augenzeugen der Flucht, Erinnerungen, die sich in die damaligen Kinder eingebrannt haben und die gerade jetzt im Alter wieder besonders lebendig wirken, wenn sie ihr persönliches Erleben der Flucht im Pferde- oder Ochsenwagen, von denen einer vor dem Museum der Heimatvertriebenen steht, schildern. Es gab Momente des Schreckens, zum Beispiel bei Feindbeschuss, es gab Tote und getrennte Familien. An all das wurde im Gottesdienst gedacht. Im Anschluss an den Gottesdienst überreichte Pfr. Volker Petri dem Presbyterium zwei Fotos von den Gemeinden in Siebenbürgen, von denen die meisten Bewohner hier in Vöcklabruck Heimat gefunden haben: St. Georgen und Schönbirk.

Im Gemeindesaal gab es dann einen Kirchenkaffee, die Buchpräsentation von Pfr. Volker Petri und die Möglichkeit zu Gesprächen.