Die Bedeutung der Reformation heute

Dieser vom Evangelischen Museum Oberösterreich und der Pfarrgemeinde Vöcklabruck veranstaltete Vortrag brachte ca. 450 Besucher in unsere Vöcklabrucker Friedenskirche. Ein Grund dafür war sicher die Person der Vortragenden.

Frau Dr. Margot Käßmann war am 5. 12. aus Berlin angereist, um in ihrer Funktion als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017 die Bedeutung dieses Jubiläumsjahres auch für uns Evangelische in Österreich darzulegen.

In ihren sehr klar strukturierten Ausführungen betonte sie, dass es nicht darum geht, die Person Martin Luthers zu feiern, und auch weniger darum, des historisch nur schwach belegten Thesenanschlages am 31.10.1517 zu gedenken, sondern viel mehr darum, die grundlegenden Gedanken der Reformation zusammen zu fassen und auf ihre Bedeutung für unsere Zeit zu überprüfen. Die Reformation war eine breite Bewegung, die von vielen Menschen getragen wurde und sich über Jahrzehnte erstreckte.

In zehn Punkten ging Frau Käßmann auf die Grundlagen ein und zeigte, wie sehr diese auch heute noch aktuell sind. Die Erkenntnis Martin Luthers, dass vor Gott nicht die Leistung des Menschen zählt, sondern allein sein Glaube, kann uns heute in dieser auf Leistung fixierten Zeit noch Wichtiges sagen. Ebenso ist die Botschaft der Reformation über die menschliche Freiheit auch heute noch gültig und in den Allgemeinen Menschenrechten festgelegt. Die Säkularisierung der Gesellschaft hat zu einem Glaubens- und Traditionsverlust geführt. Hier soll das Reformationsjubiläum dagegen steuern.

Bernd und Clemens Geißelbrecht umrahmten mit schöner Orgel- und Trompetenmusik den Vortrag und trugen zur harmonischen Gesamtwirkung bei. In seinem Grußwort rief Bischof Bünker dazu auf, in dieser Adventzeit die Tore unserer Herzen und Häuser auch für die Flüchtlinge zu öffnen.

Frau Käßmann wurde von Ulrike Eichmeyer und Inge Kimmel bedankt.

Mit dem hervorragenden Vortrag und der Person von Dr. Käßmann war die Gemeinde Vöcklabruck an diesem Abend zum Zentrum des evangelischen Oberösterreichs geworden.

Inge Kimmel