Kirchenroas 2016

Die heurige Kirchenroas, zu der wir an einem warmen Sommertag aufbrachen, führte uns in ein Kernland des o.ö. Protestantismus, das Eferdinger Becken. Wie immer hatte Horst Schuller umfangreiche historische und kunsthistorische Informationen vorbereitet.

 Unser erstes Ziel war die Ruine Schaunburg, von wo aus das ganze Land zwischen Mühlviertel und Hausruck bis zum Schloss Kammer von den mächtigen Grafen regiert worden war. Auf dem Höhepunkt ihrer Machtausdehnung gerieten die Schaunberger in Konflikt mit den Habsburgern. Der Letzte des Geschlechtes, Wolfgang von Schaunberg, starb als Protestant – sein prachtvolles Hochgrab konnten wir später in der Katholischen Pfarrkirche Eferding bewundern. Natürliche ließen wir es uns nicht nehmen, den sehr baufälligen Bergfried zu besteigen, von dem man eine wundervolle Fernsicht über das fruchtbare landwirtschaftliche Becken an der Donau hat. Inge Kimmel las einige Strophen aus dem Nibelungenlied vor. Hier werden schon geographische Orte, wie Passau, Eferding, Enns und Traun erwähnt.

Nun ging es in die schöne spätgotische Pfarrkirche von Eferding, in der viele Grabdenkmäler an die Zeit erinnern, wo das ganze Land sich zum Protestantismus bekannte. Das doppelte Hauptportal zeugt von Reichtum und Kunstverstand des 15. Jahrhunderts. Ein Gegensatz dazu bildet die helle, schlichte Evangelische Kirche, die bis heute ihre ursprüngliche Gestalt als Toleranzbetsaal erhalten hat.

Der Termin des Ausflugs war so gelegt, dass wir die Blüte der Rosen im Rosarium in Fraham voll genießen konnten. In einer kleinen Führung erfuhren wir viel Neues über Sorten und Pflege dieser königlichen Pflanzen.

Da das Emlinger Holz in nächster Nähe liegt, besuchten wir auch noch diese bekannte Erinnerungsstätte an eine der großen Schlachten der Bauernkriege im Jahr 1626.

Als Schlusspunkt unseres Ausflugs präsentierte sich noch eine besondere Spezialität: Beim Moar z´Pupping, wo wir Spargel kauften, zeigte uns die Hausfrau ihre alte Lutherbibel im Familienbesitz aus dem Jahr 1686 mit sehr schönen Stichen.

I. Kimmel