Ökumenischer Gottesdienst zum Reformationsgedenken

Am Sonntag, den 22. 1. 2017 fand in der Kirche St. Anna in Oberthalheim erstmals ein ökumenischer Gottesdienst der evangelischen und katholischen Pfarren Vöcklabruck und Timelkam statt. Es war ein besonderer Rahmen, denn die Kirchenchöre aus Timelkam hatten sich vereinigt, Bernd Geißelbrecht spielte die Orgel und ein Orchester begleitete den festlichen Gesang. Im Altarraum hatten sich Pfarrer Hubmer und Pfarrer Dr. Lang mit den katholischen Pfarrern Kramar und Kritzinger versammelt. Diakone, Pastoralassistenten und Lektoren feierten mit. Ein eigens geschaffenes Kreuz lag am Fuße des Altarraums wie ein Sperrsymbol und wurde von den beiden Timelkamer Pfarrern dann gemeinsam am Altar aufgestellt.

Im ersten Teil des Gottesdienstes wurde der gegenseitigen Verletzungen und Verfolgungen über die Jahrhunderte gedacht. In der Predigt betonte Pfarrer Hubmer das Verbindende und zitierte auch Papst Franziskus, der einmal einer ökumenischen Pilgerschar die Frage gestellt hatte, wer besser wäre, katholische oder evangelische Christen. Er selbst hatte daraufhin die Antwort gegeben, dass beide zusammen die beste Lösung seien. Pfarrer Hubmer stellte das Verbindende vor das Trennende. Wir sollten uns gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Auch den Wunsch nach einer gemeinsamen Eucharistiefeier äußerte er.

Im Gottesdienst wurde auch der erste gemeinsame Hirtenbrief von Bischof Dr. Martin Scheuer und Superintendent Dr. Gerold Lehner vorgelesen. In 4 Punkten gedachten beide des leidvollen Weges der Kirchen von der Trennung der beiden Konfessionen bis zum heutigen Miteinander in vielen Punkten. Beide Kirchen könnten vieles voneinander lernen und man werde sich gemeinsam für eine gemeinsame Eucharistiefeier einsetzen.

Der Gottesdienst endete mit einer Selbstverpflichtung zur Ökumene, die Pfarrer Dr. Lang anhand einer Vorlage der deutschen katholischen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche Deutschlands formuliert hatte und die von allen am Gottesdienst Beteiligten verlesen wurde.

Es war ein beeindruckender Gottesdienst zum Reformationsjubiläum und es war schön, Vöcklabrucker und Timelkamer beider Konfessionen so einträchtig nebeneinander in den Kirchenbänken sitzen zu sehen.