Südtirolreise des Evangelischen Bildungswerks Vöcklabruck

Drei wunderschöne Tage erlebten die 44 Teilnehmer in Bozen und Umgebung auf der von 15. bis 17. Juni stattgefunden Reise, die unter dem Motto „Berge–Burgen–Städte“ stand.

Der Schwerpunkt lag auf dem Besuch von drei der sechs Museen des Extrem-bergsteigers Reinhold Messner, die er unter dem Sammelbegriff MMM (Messner–Mountain–Museum) in seiner Heimat Südtirol aus eigener Initiative und mit seinen mitgebrachten Sammlerstücken eingerichtet hat.

Das Herz und administrative Zentrum der Museen ist MMM Firmian auf der über Bozen liegenden Burganlage Sigmundskron. In dem weiten Areal wechseln herrliche buddhistische Statuen mit Kristalldrusen in König Laurins Reich, und Gegenstände und Reliquien erzählen von der Bedeutung der Berge für den Menschen. Die verwendeten Materialien Stahl, Glas und Eisen passen sich dem rauen Gestein der alten Burg an. Stahlstiegen führen in einem großen Rundgang in einen Meditations-raum, asiatische Götterstatuen blicken uns aus jeder Nische an, und wer nicht aufpasst, kann sich in Türmen und Kellern verirren. Die Wege, Treppen, Türme führen die Besucher aus der Tiefe der Gebirge, wo Entstehung und Ausbeutung der Berge nachvollziehbar werden, über die religiöse Bedeutung der Gipfel als Orientierungshilfe und Brücke zum Jenseits, bis zur Geschichte des Bergsteigens und zum alpinen Tourismus unserer Tage.

Unsere Unterkunft, das Hotel Kolping im Zentrum von Bozen bot den idealen Ausgangspunkt für die Abendgestaltung mit dem bekannt guten Essen in Südtirol. Wir hatten uns dafür schon von den professionellen Stadtführern am Nachmittag einige Tipps geholt.

Am zweiten Tag ging es ins Pustertal, in die alte Stadt Bruneck. Hier liegt das MMM Ripa, das den Bergvölkern in aller Welt gewidmet ist. Die verschiedenen Kulturen unterscheiden sich natürlich, haben aber gemeinsam das harte Leben, den Verzicht auf vieles, das der Stadtmensch für notwendig erachtet, und das enge Zusammen-leben mit dem Weidevieh. Hier erzählte Reinhold Messner auch von seiner eigenen Kindheit als Bergbauernbub.

Nun sollte die Krönung der Bergerlebnisse erfolgen, und dafür fuhren wir mit der Seilbahn auf den Kronplatz, wo auf 2275 Meter Höhe das von Zaha Hadid in die  Erde gegrabene Museum MMM Corones liegt. Die Ausstellung hier ist den vielen Helden unter den Bergsteigern gewidmet, von denen auch viele zu Tode gekommen sind. Eine unbeschreiblich schöne Fernsicht zeigte uns bei strahlendem Wetter die vielen Dreitausender der Südtiroler Bergwelt.

Ein letzter Höhepunkt war am dritten Tag der Besuch der Burg Runkelstein mit den bekannten mittelalterlichen Fresken. Die Auffahrt auf den Hausberg der Bozener,  den Ritten, brachte uns mit einem kleinen Spaziergang zu den geologisch interessanten Erdpyramiden.

Nach all diesen schönen Erlebnissen bildete die gigantische Verteidigungsanlage der Franzensfeste eigentlich einen traurigen Kontrapunkt: So viel menschliche Planung, Arbeit und  Geldverschwendung für Schutz gegen Feinde, die nie gekommen sind.

Unser Reiseleiter Peter Kimmel wurde von allen bedankt für die Planung dieser ganz besonderen Reise, die nicht nur viel Information bot, sondern auch sehr tiefgehende Erlebnisse  und mit den Andachten im Bus eine gute christliche Gemeinschaft.

Inge Kimmel