Geschichte

Auszüge aus der „Chronik der Evang. Pfarrgemeinde Vöcklabruck” von Pfr. Karl Eichmeyer:

Gründung und Aufbau der evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Vöcklabruck

1864 wurden die ersten Schritte zur Bildung einer selbständigen Gemeinde unternommen. In der Gemeindevertretersitzung, die am 13. November 1864 im Schulhaus in Rutzenmoos stattfand, stellten sechs Männer des Gebietes Vöcklabruck den Antrag auf Bildung einer Filialgemeinde. Die Gründung der Filialgemeinde Vöcklabruck wurde mit 34 gegen 18 Stimmen genehmigt. Als aber die Vöcklabrucker den weiteren Antrag stellten, der Pfarrer von Rutzenmoos möge in Vöcklabruck Gottesdienst halten, erhob sich derselbe Kampf wie 50 Jahre vorher. Erst vier Jahre später, am 15. November 1868, gelang die Beschlussfassung zur Gründung der Filialgemeinde Vöcklabruck. Mit 21.August 1869 erfolgte die kirchenregimentliche Anerkennung der Filialgemeinde.

Am 20.Juni 1869, dem vierten Sonntag nach Trinitatis, wurde der Betsaal eröffnet und der erste Gottesdienst abgehalten. Pfarrer Kotschy von Attersee grüßte die Gemeinde mit einer Auslegung von Ps. 27,4. Vikar Joh. Friedrich Koch von Rutzenmoos hielt die Festpredigt über das Sonntagsevangelium Luk. 6,36 - 42. Die Spitzen der Behörden waren eingeladen worden und erschienen. Da die Gemeinde einen eigenen Pfarrer haben wollte, um jeden Sonntag Gottesdienst abhalten zu können, entschloss man sich schon ein Jahr darauf, eine selbständige Pfarrgemeinde zu gründen. Am 24.April gab die Muttergemeinde Rutzenmoos ihre Zustimmung. Am 23. Juni 1870 erteilt der k.k. evangelische Oberkirchenrat unter ZI. 1001 die Bewilligung zur Bildung einer selbständigen Pfarrgemeinde. Die Grenzziehung zwischen Tochter- und Muttergemeinde gestaltete sich schwierig und forderte einen neunjährigen Grenzstreit heraus, der erst im November 1877 beendet werden konnte. Leichter gestaltet sich die Grenzziehung zur Gemeinde Attersee. Problemlos bleibt auch die Grenzziehung zur Pfarrgemeinde Wallern. Das Gebiet der neuen Pfarrgemeinde umfasste eine Fläche von 380 km2. Neben 32.000 Katholiken wohnten 374 Evangelische. Bevor man an den Bau einer Kirche dachte, wurde ein Friedhof angelegt, da die Leichenbegängnisse bei der weiten Entfernung von Rutzenmoos besonders mühsam waren. Der Fabrik- und Mühlenbesitzer Wilhelm Stuki, ein Schweizer, schenkte der Gemeinde ein Grundstück. Sein Grab befindet sich jetzt auf unserem Friedhof.