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Die Kirchengeräte

Von den kirchlichen Geräten wollen wir nur die erwähnen, die an bestimmte Häuser der Gemeinde erinnern. Für die Anschaffung eines Taufsteines spendeten die Gemeindeglieder Karl Landeshammer, Köniz in Stocket, und Christian Malzner, Roth in Stocket, 25 Gulden. Der Taufstein wurde in Ulm angefertigt, in Vöcklabruck marmoriert und ziert seit 1887 die Kirche. Zur Anschaffung eines Krankenkommuniongerätes spendete Johann Eichmayr, Pfeifer in Billichsedt, 11 Gulden.Das schöne Messingaltarkreuz wurde von der ledigen Bauerstochter Theresia Sturm, Hamedingertochter in Wegscheid, gestiftet. Es wurde bei Brix und Anders in Wien 1885 hergestellt und kostete 27 Gulden. Das noch immer in Gebrauch stehende große Bahrtuch, zu dessen Anschaffung Matthias Huber, Auszügler am Kirchmayrgut in Altensam, 24 Gulden spendete, lieferte 1872 die Firma Krickl und Schweiger in Wien. 1888 wurde eine kleinere Bahre nebst passendem Bahrtuch angeschafft. Die Glocken, die die Kirche bekam, hängen merkwürdigerweise mit der Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 zusammen. Bis zu dieser Zeit hatte jedes Land seine eigenen Landesmünzen. 1873 gab es eine Reichswährung, und die bisherigen Münzen wurden außer Kurs gesetzt. Pastor Stursberg in Düsseldorf und der rheinisch-westfälische Gustav-Adolf-Verein hatten die gute Idee, die wertlosen Münzen sammeln zu lassen und mit dem Material armen Diasporagemeinden ein Geläut zu verschaffen. Schnell waren 18 Zentner beisammen. Auch im Königreich Sachsen wurde der Gedanke aufgegriffen. Pastor Heinrich Joh. Scheuffler und der Kaufmann August Moritz Hennig aus Löbau ließen im August 1876 Aufrufe an die Gemeinden ergehen, die Münzen zu sammeln. In kurzer Zeit kamen 25 Zentner zusammen. Zwei Diasporagemeinden in Böhmen und Sachsen wurden versorgt, aber der Gabenstrom floss weiter. In einem Bericht H. J. Scheufflers und A. M. Hennings vom Dresdener Gustav Adolf-Verein heißt es:
"Ein Bittgesuch der 1870 begründeten evang. lutherischen Pfarrgemeinde Vöcklabruck in Oberösterreich, das in unsere Hände kam... belehrte uns, wie sehr diese Gemeinde sich nach Glocken sehnte und wie weit sie bei ihrer Armut und der geringen Höhe ihres Glockenfonds noch von diesem Ziele entfernt sei. Wir entschlossen uns, so Gott Gnade gäbe, auch ihr eine oder im besten Falle zwei "Sachsenglocken" zu beschaffen; selbstverständlich fand unser im August 1877 gemachtes Anerbieten freudigste Aufnahme. Der überraschend günstige Fortgang unseres Werkes ermöglichte es uns zu unserer größten Freude, dieser Gemeinde ein vollständiges As-Dur-Geläute, aus drei Glocken bestehend, unter Hinzunahme von 200 fl.ö.W. aus ihrem Glockenfonde zu schenken. Bei unserem bewährten Meister Werner in Kleinwelka wurden auch diese Glocken am 26. November 1878 gegossen, trafen am 23. Dezember glücklich in Vöcklabruck ein, wurden noch am selben Tage durch die Stadt zur Kirche gefahren, feierlich geweiht und glücklich aufgehängt, so dass sie das liebe Weihnachtsfest einläuten konnten."
Die Schenkungsurkunde enthält den Wunsch:
"Möge nun der lieben Gemeinde Vöcklabruck für und für aus dem Klange dieser Glocken die tröstende Gewissheit herausklingen: Viele Glaubensgenossen haben in treuer evangelischer Liebe und Fürbitte ihrer gedacht... Mögen die neuen Glocken in ihrem lieblichen, mächtigen Dreiklang zur Ehre des Vaters, Sohnes und heiligen Geistes mit lauter Stimme hinaus tönen in das einst fast ganz evangelische, von Gott so herrlich geschmückte Oberösterreich! Mögen alle die lieben Schwestergemeinden dieses Landes, der Oberrest einer großen Vergangenheit und Hoffnung einer gesegneten Zukunft, wie auch die dortigen katholischen Mitchristen es erkennen aus ihrem harmonischen Zusammenklange, dass Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, unserer evangelischen Kirche geblieben sind und bleiben werden.

Gottes Schutz und Schirm aber sei auch ferner mit der lieben Gemeinde Vöcklabruck. Er helfe ihr weiter, äußerlich wie innerlich sich immer fester zu erbauen auf dem einen Grunde, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus! Lawalde und Löbau i. Sa. am 13. Dez. 1878. Heinrich Johannes Scheuffler und August Moritz Hennig... Die große Glocke, As-tönend, mit der Inschrift "Heute, so ihr Gottes Stimme höret, so verstocket eure Herzen nicht", Hebr. 4,7, und die kleine Glocke, Es-tönend, mit dem Spruch "Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist", Kol. 3,2, sind dem ersten Weltkrieg zum Opfer gefallen. Die zweite Glocke, C-tönend, im Gewicht von 222,25 kg, mit dem Spruch "Alles, was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja!", Ps. 150,6, konnte durch beide Weltkriege hindurch als historisch wertvolle "Sachsenglocke" gerettet werden und hängt heute noch in unserem Turm.