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Religionsunterricht

Bei der Gründung der Gemeinde im Jahre 1870 war auch der Bau einer Schule geplant und es wurde ein Schuldotationsfond angelegt. Nach damaligen Begriffen gehörte zu jeder Gemeinde notwendig eine Schule. Die Schuldenlast der Gemeinde war zu groß, um den Plan verwirklichen zu können. Es mußte daher für den Religionsunterricht der Jugend gesorgt werden. Im Jahre 1895, als Pfarrer Schimik seine erste Gemeindechronik schrieb, gab es in der Gemeinde 51 schulpflichtige Kinder, die in 49 öffentlichen und zwei privaten Schulen unterrichtet wurden. Also 51 Kinder in 51 Schulen. Bis zum Jahre 1890 wurde der Religionsunterricht nur in Vöcklabruck in der Sakristei bzw. im Pfarrhaus erteilt. Wegen der weiten Entfernungen konnten nur die älteren Kinder - durchschnittlich 21 - 28 - den Unterricht besuchen.Am 14. Dezember 1888 trat das Katechetengesetz in Kraft. Der Religionsunterricht wurde in bescheidenem Ausmaß vom Staat besoldet und eine Wegentschädigung gewährt. So ging man auch in unserer Gemeinde daran, für die entfernt wohnenden Kinder Unterrichtsstationen zu gründen.

Am 1. Juli 1891 wurde der erste Religionsunterricht in Starling im Hause Johann Oberndorfers, Niedernauer in Starling 6, gehalten; 16 Schüler aus den umliegenden Schulgemeinden nahmen daran teil. Für die im südwestlichen Teil der Gemeinde liegenden Orte wurde im Markte Timelkam eine zweite Religionsunterrichtsstation gegründet. Der erste Unterricht mußte am 14. August 1892 mit einem einzigen Kind gehalten werden. Der Ortsschulrat Timelkam verweigerte den evangelischen Schülern fremder Schulgemeinden den Zutritt in die Schule und damit die Teilnahme am evangelischen Religionsunterricht. Die kaiserlichköniglichen Behörden stellten sich auf die Seite der evangelischen Pfarrgemeinde, und die Zahl der Unterrichtsteilnehmer stieg im September 1892 auf 20 davon fünf aus der Atterseer Gemeinde.