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Die Pfarrer der Gemeinde

Aus der Gründungszeit der Gemeinde sind uns bereits drei Namen begegnet. Theodor Täuber, Friedrich Gustav Novak und Karl Schimik. Theodor Täuber wurde am 8. 1. 1845 in Lemberg in Galizien geboren, hielt am 15. August 1870 in Vöcklabruck seine Probepredigt, wurde am 4. Dezember zum Pfarrer gewählt, am 15. Jänner 1871 in Scharten ordiniert und am 5. März 1871 von Senior A. W. Wehrenfennig in der Gemeinde installiert. Er hat sich um die Gemeinde große Verdienste erworben, während des Kirchbaus den Schriftwechsel geführt und unzählige Bittgesuche geschrieben. Seine formvollendeten Predigten bei der Grundsteinigung und der Kreuzaufsteckung liegen in den Akten des Pfarramts. Umso tragischer war das schwere Zerwürfnis mit dem Kurator Wilhelm Stuka, das ihn zum Fortgang aus der Gemeinde zwang. Auch dem Kurator hat die Gemeinde viel zu verdanken; Kirche, Pfarrhaus und Friedhof stehen ja auf dem Grund, den er der Gemeinde geschenkt hat. Im August 1874 hat Pfarrer Täuber sich bereit erklärt, die Interessen der Gemeinde auf einem großen Gustav Adolf-Fest in Stuttgart zu vertreten. Der Kurator erklärte, das sei nicht möglich, er, Pfarrer Täuber, besitze nicht das Vertrauen der Gemeinde. Fünf Presbyter erklärten sich mit dem Kurator solidarisch. Später wurde der Pfarrer dann doch gebeten, nach Stuttgart zu fahren. Aber sein Verbleiben war nach einer solchen Misstrauenserklärung nicht mehr möglich. Er konnte noch das Fest der Kreuzaufsteckung halten.

Seine Predigt schloss mit den Worten:"So sei es uns denn, das Kreuz, ein liebes Zeichen, das nicht allein über unserer Kirche, sondern auch in unseren Herzen und über unserem Leben steht, das uns führt als ein Kampfes- und Siegespanier durch Anfechtungen und Versuchungen, durch Freud und Leid, durch Leben, Leiden und Sterben hindurch, bis es einst unsere Gräber ziert und bezeugt: wir haben triumphiert und errungen Ruhe und Frieden, Leben und Seligkeit. Amen". Am 9. Dezember 1874 verließ Pfarrer Täuber die Gemeinde, wurde zunächst Pfarrer in Haber in Böhmen, später Religionsprofessor in Bielitz in Österreich Schlesien.

Sein Nachfolger wurde Friedrich Gustav Novak. Er wurde am 15. Juli 1847 in Ober-Dubenky in Mähren geboren, hielt als cand.theol. am 1. Jänner 1875 seine Probepredigt in unserer Gemeinde, wurde am 28. Februar zum Pfarrer gewählt und nach seiner Ordination am 20. Juni 1875 von Senior A.W.M. Wehrenfennig aus Gosau installiert und blieb bis zum 20. Mai 1883 im hiesigen Pfarramt. Er kam dann nach Gosau und wurde dort zum Senior gewählt. Auch seine Amtsführung war eine gewissenhafte und sorgfältige. Der Höhepunkt seiner Amtstätigkeit war ohne Zweifel die Kirchweihe am 15. November desselben Jahres. Sein Nachfolger wurde Pfarrer Karl Schimik. Er wurde am 15. Juli 1854 zu Freistadt in Österreichisch-Schlesien geboren. Nach absolvierten theologischen Studien wurde er Hilfsprediger und Religionslehrer in Pola in Istrien. Am 5. Dezember 1880 wurde er in Eger ordiniert und zugleich als Reiseprediger des westlichen deutschen Senoratsbezirkes in Böhmen installiert. Am 2. September 1 883 hielt er seine Probepredigt in Vöcklabruck, wurde am 1 6. September zum Pfarrer gewählt und am 2. Februar 1884 von Senior Ed. Moritz Wehrenfennig feierlich installiert. Er ist der erste Pfarrer, der Vöcklabruck nicht als Durchgangsposten betrachtete, sondern bis an sein Lebensende, volle dreißig Jahre, hier blieb.