Über unsere Friedenskirche

Beitragsseiten

Kirchenraum

Altarwand mit Kanzelaltar und OrgelemporeIm Inneren der Kirche dominiert der 8,5 x 8,5 Meter große und 13 Meter hohe Zentralraum, um den sich die Kreuzarme reihen. In drei Seitenarmen sind ebenerdig und auf den Emporen schlichte Sitzbankreihen angeordnet, die für 500 Kirchenbesucher Platz bieten. Die Altarwand trennt den nordwestliche Kreuzarm mit Rundapsis und Sakristei vom Zentralraum.

Den Innenraum prägt vor allem die reich dekorierte Altarwand mit dem Kanzelaltar. Die Anordnung von Altar und Kanzel in einer vertikalen Liturgieachse ist eine Innovation der frühen Reformationszeit in Deutschland, die als Kanzelaltar in die evangelische Kirchenbaugeschichte eingegangen ist. Die Lösung bietet in Emporenräumen die größte Nähe zu den Kirchenbesuchern. Der Kanzelaltar in Vöcklabruck ist der einzige seiner Art in Oberösterreich.

Altarwand und Emporenbrüstung mit gusseisernen StützenIm oberen Drittel öffnet sich die Altarwand in drei Arkaden zur Orgelempore. Die Orgelanlage hat in Vöcklabruck raumbeherrschende Wirkung. An ihr ist die Bedeutung der Kirchenmusik im protestantischen Gottesdienst zu erkennen. Die dreibogige Arkade deutet wie vieles in dem Kirchenraum auf die Dreifaltigkeit. Dem Dreiermodul sind auch die Wandgliederungen, der Raster der Kassettendecke, die Felderteilung an den Emporenbrüstungen und der Grundriss mit den drei Kreuzarmen unterworfen.

Der protestantischen Auffassung entsprechend, wurde das Bildprogramm in Vöcklabruck sparsam angelegt. An der durch Putzleisten, Schrift- und Symbolelemente geschmückten Altarwand scheinen nur die Wandbilder der Apostel Petrus und Paulus zu beiden Seiten der Kanzel auf. Sie stammen aus der Entstehungszeit der Kirche und wurden von Josef Wallhamer geschaffen. Das Altarbild mit der biblischen Szene "Jesus mit den Emmaus-Jüngern" ist ein späteres Werk des Vöcklabrucker Malers Otto Lux.

Die Kassettendecke über dem hohen Kirchenraum, ein Meisterwerk des Zimmererhandwerks, besteht aus braun gebeizten Holzbalken und Bretterfeldern, gerahmt von dunkelblauen Dekorleisten. Der Fußboden des Kirchenraumes ist schachbrettartig mit Kunststeinplatten im Diagonalverband belegt.

Die Vöcklabrucker Kirche wird vielfach mit dem Fränkischen Markgrafenstil in Verbindung gebracht. Im 18. Jahrhundert hatte der Markgraf von Ansbach-Bayreuth Carl Friedrich einen bestimmten Kirchenbaustil als verbindlich erklärt. Zu den Merkmalen zählten der Emporenraum und der Kanzelaltar. Hermann Wehrenfennig hat wesentliche Elemente des Markgrafenstils für Vöcklabruck übernommen.