Monatsspruch April 2017

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. (Lk 24,5-6)

Der Monat April ist im kirchlichen Leben ganz bestimmt durch Ostern. Und so verwundert es auch nicht weiter, dass der Monatsspruch den Ostergeschichten entstammt.
Die Frauen rund um Jesus gehen zum Grab, um den Leichnam mit wertvollen Ölen zu salben. Doch das Grab ist leer. Zwei Engel begegnen ihnen und weisen sie recht schroff zurecht: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“Bild: Leben im Kreuz
Was macht ihr überhaupt hier? ist die Frage, der sich die Frauen stellen müssen. Die Antwort ist klar. Sie suchen Jesus. Sie suchen den Menschen, der ihnen so viel bedeutet hat. Sie suchen seine sterblichen Überreste, um ihm eine letzte Ehre zu erweisen. Ihr Vorhaben ehrt sie. Und doch…
Und doch ist es eigentlich grundlegend falsch. Es ist zwar richtig, dass sie Jesus suchen, aber dort wo sie suchen, ist grundfalsch. Wir alle kennen das Kindersuchspiel, bei dem es entweder wärmer oder kälter wird, je nachdem wie nahe man dem Gesuchten ist. Und dort, wo die Frauen suchen, ist es ganz kalt.
Die Kälte des Todes geht vom leeren Grab aus. Die Kälte des Todes, die manche am Karfreitag empfinden, wenn wir daran denken, dass sich Gott selbst in seinem Sohn einem unvorstellbar grausamen Tod für uns gestellt hat.
Viele Menschen gehen davon aus, dass der Karfreitag der höchste Feiertag von uns Evangelischen wäre. Nun auch da ist es ganz kalt. Zugegeben ohne die tiefe Todeskälte von Karfreitag kein Ostern. Aber wenn es nur um den Tod ginge, dann würde es uns wie den Frauen am Grab gehen. Da wäre es bei der Suche nach Gott, nach Jesus Christus ganz kalt – grabeskalt.
Dort, am und im Grab, können sie und auch wir Jesus nicht finden. Warm wird es auf der Suche erst, wenn wir ihn bei den Lebenden suchen. Denn unser Gott ist kein Gott des Todes, sondern ein Gott des Lebens. Die Todeskälte von Karfreitag wird durch die Herzenswärme Gottes am Ostermorgen überwunden.
„Sucht Jesus bei den Lebenden“. Dort gehört er hin. Er ist bei uns und nicht irgendwo in der dunklen Tiefe des Todes verschwunden. Er begegnet uns im Nächsten, in der Gemeinschaft, die wir in seinem Namen feiern. Und er ist auch im Leben nach dem Tod. Denn der kurze Augenblick des Todes ist nur ein kleiner Kälteeinbruch in der Geschichte Gottes mit uns Menschen. Denn diese Geschichte ist eine Liebes- und Lebensgeschichte Gottes mit uns. In all seiner Liebe zu uns hat er sich für uns gegeben, dass wir leben, hier und jetzt und auch in der Zukunft nach dem Tod.
„Sucht Jesus bei den Lebenden“. Diese Botschaft gilt auch uns. Unser lebendiger Gott ist ein Gott der Zukunft. Lasst uns nicht in der Kälte des Todes verweilen, sondern die Wärme seines Lebens, seiner Auferstehung für und mit uns suchen.

Pfr. Markus Lang