Monatsspruch Mai 2017

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. (Kol 4,6)

Auf den ersten Blick eine Binsenweisheit. Wir sollen freundlich reden und „würzig“. Mehr bietet der Monatsspruch nicht. So gesehen könnte der Monatsspruch auch allgemeinen Regeln für den Umgang mit Menschen entstammen. Und mehr will uns der Verfasser des Kolosserbriefes hier auch nicht ans Herz legen.Bild_Salz

Ein Blick auf den dem Monatsspruch vorhergehenden Vers zeigt uns aber, dass hier eine besondere Stoßrichtung verfolgt wird. Es geht um die „Außenstehenden“, also diejenigen, die keine Christen sind. Ihnen gegenüber soll man freundlich und mit entsprechender Würze reden. Von der Innenperspektive ist da eigentlich keine Rede. Vermutlich geht der Schreiber davon aus, dass sich das unter Christinnen und Christen ohnehin erübrigt.

Ach, was wäre das für eine schöne Welt, wenn unter Christinnen und Christen die Rede stets freundlich und gehaltvoll wäre. Nun, es ist sicherlich keine große Überraschung, wenn ich behaupte, dass dieser Rat auch für uns untereinander ernst genommen werden sollte. Wo es menschelt, da können auch schon mal schnell harte Worte fallen. Wo es menschelt, da kann auch viel leeres, gehaltloses Geschwätz entstehen. Doch darum geht es dem Kolosserbrief gar nicht. Muss es eigentlich auch nicht. Denn unser Herr Jesus Christus selbst hat uns mehr als genug Weisungen gegeben, dass wir uns mit der Liebe, die er für uns hat, auch einander begegnen sollen. Und manchmal oder eigentlich sehr oft erlebe ich es auch genauso, wie Jesus es von will: ein geschwisterlicher, liebevoller, sehr wertschätzender Umgang.

Damit sollen wir uns aber nicht zufrieden geben. Erstens soll es unser Ziel sein, immer so miteinander umzugehen. Und zweitens – darauf will der Kolosserbrief hinaus – sollen wir den „Außenstehenden“ ebenso begegnen. In der Zeit der ersten Christen war dies von enormer Wichtigkeit. Denn die Jüngerinnen und Jünger Jesu wurden an ihrer Botschaft gemessen und die war von einem anderen Geist beseelt, der sich in allem zeigen soll. Die Erlösung, die uns Jesus anbietet und die wir in unserer Taufe angenommen haben, soll uns schon zu einem neuen Geschöpf machen, das eben anderen Regeln folgt, das sich anders verhält. Nicht nur an der Botschaft, sondern auch an unserem Verhalten sollen Christen erkannt werden.

Wir leben in einer Zeit, in der die Zahl der Außenstehenden wieder mehr wird. Daher sollten wir dieses Gebot der ersten Stunde auch wieder ernst nehmen. Der auferstandene Herr, Jesus Christus, hat uns einen Auftrag gegeben. Nämlich, dass wir aller Welt von ihm Zeugnis ablegen sollen und sie für ihn gewinnen sollen. Dafür schenkt er uns auch seinen Geist.

Das Zeugnis von Jesus Christus besteht aber nicht nur aus Worten, die oft leer, also salzlos wirken können, sondern aus Taten, aus unserem Verhalten. Wir sollen also in die Welt hinausgehen und zeigen, dass unser Leben schon ein anderes, ein von Gott angenommenes, geliebtes und damit auch „besseres“ ist. Es fällt schwer, doch Gott lässt uns dabei nicht allein.

„Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.“ D.h. übersetzt nicht viel mehr und nicht viel weniger als: Seid glaubwürdige Jüngerinnen und Jünger Jesu Christ – in Wort und Tat.

Pfr. Markus Lang