Monatspruch November 2017

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. (Hes. 37,27)

Was für eine überwältigende, unvorstellbare  Zusage Gottes an sein Volk -  übrigens im Propheten Hesekiel gleich mehrmals nachzulesen -  die in Jesus auch für uns seine ganze Erfüllung findet! (2. Kor. 6,16)

Bild Monatsspruch Nov17Ja das Wort wurde Mensch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit! (Joh. 1,14) Aber noch vielmehr: Dieser allmächtige Gott wohnt nicht nur unter uns sondern durch seine Heiligen Geist sogar in uns:
Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? (1. Kor. 3,16)

Und das hat Gültigkeit für die ganze Gemeinde – der Tempel Gottes als ein Haus aus lebendigen Steinen – aber auch für einen jeden einzelnen Gläubigen:
Christus wohnt durch den Glauben in unseren Herzen. (Eph. 3, 17) – also eine ganz enge Herzensverbindung mit unserem Herrn!

Aber wie schaut das in der Praxis, im Alltag aus?

„Gott besucht uns häufig, aber meistens sind wir nicht zu Hause.“  heißt es auf einer Spruchkarte, wo der Hirte enttäuscht vor dem leeren Gatter steht. Comic

Wir haben scheinbar nicht verstanden, was es Gott bedeutet, unter bzw. in uns zu wohnen. Beziehung ist ihm das Allerwichtigste, mehr als Dienst und Begabung.

Und so möchte er ins Wohnzimmer unseres Lebens, in den Mittelpunkt, dort eben wo sich unser Leben abspielt! Nicht in den Abstellraum, wo wir ihn gelegentlich hervorholen, nicht in den Winkel, der in manchen Häusern noch zu finden ist!

Wir haben ihn „ausgesiedelt“ in die Kirchen aus Stein, schenken ihm gelegentlich eine Stunde am Sonntag, holen ihm sogar zu den heiligen Feiertagen in unsere Wohnungen, aber ansonsten möchten die meisten von uns nicht viel mit ihm zu tun haben.

Unsere Zeit, unser Geld, unsere Lebensgestaltung, unsere Lebensmitte – ja unser Herz – da brauchen wir keinen lästigen Untermieter und schon gar nicht einen „im selben Haushalt“ angemeldeten Lebenspartner.

Gott möchte aber dieses Wohnrecht in unserem Herzen, damit unser Leben gelingen und eine herzliche Gemeinschaft im Geben und Nehmen entstehen kann!

Lassen wir Gott im Propheten Hesekiel nochmals zu Wort kommen: (Kap. 36, 26-28)

Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollt mein Volk sein und ich will euer Gott sein.

 

Da verheißt Gott etwas Gigantisches: Wenn er durch den Glauben in uns Wohnung nimmt wird unsere alte, verkrustete Natur durch ein neues, pulsierendes Herz ausgetauscht. Es entsteht eine ganz enge Gemeinschaft:

Aus DU und ICH wird WIR!!!

 

Und das alles nicht zum Selbstzweck, Nehemia schreibt dreimal „DAMIT“ und nennt dabei entscheidende Gründe:

damit wir Leute werden, die auch nach Gottes Wort und Willen leben können!

Nicht aus eigener Kraft, sondern mit Hilfe seines Geistes und seiner Liebe, die er uns geschenkt hat.

damit auch die, die ihn noch nicht kennen, erfahren, dass er der Herr ist!

Also zum glaubhaften, authentischen Zeugnis vor der Welt! (Wir sind ja sozusagen das 5. Evangelium, das von den Menschen um uns herum noch gelesen wird)

damit wir nicht mehr von Gott abirren, sondern beständig in dieser lebendigen Glaubensbeziehung zu ihm bleiben! (Wer in mir bleibt und ich in ihm, bringt viel Frucht  - lautet mein Konfirmationsspruch)

Gott klopft an der Tür zum Wohnzimmer unseres Lebens – sind wir zu Hause und empfangen ihn mit den Worten:
Tritt ein  -  Herzlich Willkommen“?

Helmut Pichlmann