Monatspruch Januar 2018

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren. (5. Buch Mose 5, 14)

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Das neue Jahr fängt ja gut an. Nach all dem Stress der Weihnachtszeit, wovon ich als Pfarrer ein sehr, sehr langes Lied singen könnte, verordnet uns Gott mit dem Monatsspruch für den ersten Monat des Jahres mal Ruhe.

Der siebte Tag soll der Ruhetag sein, so wie auch Gott am Ende seines Schöpfungswerkes geruht hat. Einen Ruhetag sollen wir uns nehmen, an dem nichts und niemand arbeiten sollen. Nun eigentlich haben die meisten ja bei der heute üblich 5-Tage-Woche zwei Ruhetage. Aber eben nur eigentlich.

Wer von uns gibt wirklich einmal einen Tag Ruhe? Handy weg, Computer weg, Radio weg, Nachrichten etc. Ist das denn überhaupt möglich? An den freien Tagen fällt doch zuhause noch genug Arbeit an, oder? Und wenn keine Arbeit im engeren Sinne, dann ist eben die Freizeit sinnvoll und aktiv zu gestalten. Ruhe scheint in der heutigen, schnellen Zeit ein Fremdwort zu sein. Und doch brauchen wir einen Moment, Stunden, ja im Grunde genommen auch einen Tag der Ruhe. Eine Zeit, in der wir uns auf die wichtigen Dinge des Lebens besinnen können. Zu diesem Zweck ordnet Gott einen Ruhetag an, denn – und das dürfen wir als Christinnen und Christen nicht vergessen – Gott, der uns ins Leben und bei unserem Namen gerufen hat, gehört ganz ins Zentrum der wichtigen Dinge unseres Lebens. Auch – oder vielleicht besser ausgedrückt erst recht – ihm sollen wir die Momente der Ruhe widmen.

Als Menschen, die zu Christus gehören, ruhen wir aber nicht am siebten Tag, sondern am ersten Tag. Der Sonntag ist nämlich, auch wenn wir das in der heutigen Welt ganz gern vergessen, der erste Tag der Woche. Der Tag, an dem Gott in all seiner Güte und Barmherzigkeit mit uns Menschen und seiner Schöpfung einen Neuanfang gesetzt hat, eine neue Schöpfung begonnen hat. Weil wir den Ostersonntag haben, halten wir auch den Sonntag als Ruhetag.

Vielleicht ist das für manche von uns eine gute Idee für einen etwas anderen Neujahrsvorsatz: Lasst uns den Ruhetag, für die meisten den Sonntag, dazu hernehmen, in aller Ruhe an Jesus Christus als unseren Erlöser zu denken und nicht nur uns selbst, sondern die Welt daran zu erinnern, was wir brauchen: Ruhe und die Konzentration auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens, wie eben den Herrn unsern Gott.

Pfr. Markus Lang