Monatspruch April 2018

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: „Friede sei mit euch. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ – Joh 20,21

Monatsspruch April18
Letzten Monat hieß es: „Es ist vollbracht!“ Jesu letzte Worte am Kreuz im Johannesevangelium. Das war Karfreitag. Wir Christinnen und Christen wissen aber, dass am Kreuz der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern er drei Tage danach zu Ostern sogar überwunden ist.

Der Monatsspruch führt uns ein klein wenig weiter. Jesus war auferstanden. Seine Jünger waren teilweise schon Zeugen des wohl größten aller Wunder geworden. Aber als „Spießgesellen“ eines verurteilten Verbrechers, der öffentlich gekreuzigt wurde, lebten sie in Angst. „Nun gut“, werden sie gedacht haben, „Jesus ist auferstanden, aber wir leben immer noch in Angst, was soll nun aus uns werden, wie soll die Sache Jesu nun weitergehen.“

Und genau in dieser Situation erscheint er den verängstigten, sich versteckenden Jüngern erneut. Und er spricht „Friede sei mit euch“. In das innere Chaos und die äußere Angst hinein spricht er ihnen zu: „Friede sei mit euch.“ Das ist der alte Gruß: „Schalom“. Dieser Gruß ist ein Wunsch, dessen Erfüllung an und für sich außerhalb der Möglichkeiten des Grüßenden liegt. Hier wird Frieden gewünscht, ein umfassender Frieden, der für Unversehrtheit, Gesundheit, Sicherheit und Ruhe steht. Und hiermit rückt Gott in den Mittelpunkt. Denn dieser Frieden ist uns Menschen nicht möglich, aber er kann uns von Gott geschenkt werden. Wenn Jesus Christus, der Auferstandene, seine Jünger auf diese Art grüßt, dann spricht er als Sohn Gottes nicht nur einen Wunsch aus, sondern er spricht ihnen diesen Frieden zu. In alle menschliche, weltliche Unsicherheit hinein schenkt er seinen Frieden. Er spricht zu seinen Jüngern und damit auch zu einer jeden und einem jeden von uns: „Meinen Frieden gebe ich dir.“

Und so geht das Osterwunder weiter. Weil wir Menschen nicht wissen, was wir mit Tod und Auferstehung anfangen sollen, gibt uns Jesus seinen Frieden. Einen Frieden, eine Kraft der Versöhnung und des Neuanfangs, die wir auch dringend brauchen. Denn das Osterwunder soll weiterwirken. Nicht bloß einmal im Jahr Ostern feiern, den Weg von Tod und Auferstehung mitgehen, sondern das Osterwunder in unsere Herzen lassen und durch Christi Frieden auch in die Welt tragen. Denn Jesus kam um die Welt mit Gott zu versöhnen, uns Menschen mit Gott und auch miteinander, ja mit uns selbst auszusöhnen. Dafür hat sein Vater ihn gesandt. Und mit ihm soll die Sache nicht enden, sondern eigentlich erst anfangen.

Daher sagt er auch, wozu er uns seinen Frieden gibt: Nämlich um seine Botschaft, sein Tun, sein Wunder als unsere Aufgabe, unsere Sendung in die Welt zu übernehmen. Und so wollen wir das Reich Gottes ernst nehmen, die Botschaft Jesu nicht nur in der Büchern der Bibel verstauben lassen, hinter verschlossenen Kirchentüren schlummern lassen, sondern in die Welt tragen. Mit seinem Auftrag schenkt er uns seinen Frieden und auch seinen Geist, damit wir wie auch seine Jüngerinnen und Jünger mit der Osterbotschaft die Welt verändern und auf das Reich Gottes zuarbeiten.

Hierfür müssen wir uns nicht selbst neu erfinden, ein neues Evangelium denken oder zwanghaft missionieren, sondern bloß offen sein: für Gottes Botschaft, seine Liebe, seine Kraft der Versöhnung, seinen Sohn. Offen zum einen, indem wir uns auf Jesus einlassen und ihn in unser Herz lassen. Und offen zum anderen, indem wir auf sein Wirken in uns vertrauen und unseren Glauben durch seine Kraft nach außen wirken lassen.

Pfr. Markus Lang