Monatsspruch Juni 2019

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. Spr 16,24

MonatsspruchJuni19 Ein Monatsspruch aus dem Buch der Sprüche. Eine Sammlung von Weisheiten, manchmal auch Binsenweisheiten. Und doch haben Sprichwörter eine ungeahnte Bedeutung und Kraft. Oft greifen wir im Alltag auch zu diesen uralten Weisheiten, da sie nur zu viel über uns Menschen und unser Leben wissen. So bspw. „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ (Spr 26,27) oder „Der Mensch denkt und Gott lenkt“ (Spr 16,9) uvm.

Auch der Monatsspruch für den Juni gesellt sich in diese Reihe. Freundliche Worte sind Honigseim. Honigseim, das ist ungeläuterter Honig, wie er direkt aus der Wabe fließt. Und dieser Honigseim ist süß für die Seele und heilsam für die Glieder. Auch wenn vermutlich die Menschen früherer Generationen noch mehr mit den enormen Heilkräften des Honigs anfangen konnten als wir Menschen von heute, so wissen wir doch alle wie gut Honig tut. Er tut dem Körper gut, wenn mal die Stimme nicht so will und uns Erkältungen zu schaffen macht. Aber seine Süße tut auch irgendwie der Seele gut. Mehr als nur einmal hat eine Tasse warmen Tees mit Honig bspw. einer Konfirmandin oder einem Konfirmanden auf der Freizeit über das Heimweh hinweggeholfen – natürlich in Verbindung mit freundlichen Worten.

Als Christinnen und Christen kennen wir uns mit Worten, die guttun, bestens aus. Die Worte der Heiligen Schrift sind in vielen Lebenslagen so ein Honigseim ebenso wie Segensworte, die uns Gott über die Menschen zuspricht. Denn bei Gott wissen wir, dass er es unendlich gut mit uns meint. Seine Freundlichkeit ist ungeheuchelt, denn sie fließt aus seiner ungeteilten, unverdienten und auch unendlichen Liebe zu uns, seinen Geschöpfen. Seine Liebe gipfelt darin, dass er sich selbst nicht im Geringsten verschont und sich für uns in seinem Sohn gibt. So sind die Worte vom Kreuz vermutlich auch der süßeste und heilsamste Honigseim, den wir Menschen jemals erleben könnten. Gottes Freundlichkeit tut gut, denn sie ist ehrlich und Ausdruck seiner Liebe.

Bei uns Menschen ist es nicht immer so. Äußerlich erscheinen wir oft genug freundlich und wohlwollend. Aber manchmal erwische auch ich mich dabei, dass es mit der Ehrlichkeit der freundlichen Reden nicht weit her ist. Und so steckt in dieser Binsenweisheit für den Monat Juni auch eine Aufforderung. So wie es Jesus selbst in der Goldenen Regel sagt: „Was ihr von anderen erwartet, das tut ihnen auch“ (Lk 6,31 vgl. Mt 7,12). Wir wissen, wie gut uns freundliche, ernst gemeinte Worte tun und wünschen, dass nicht nur Gott, sondern alle Menschen es gut mit uns meinen. Wir wissen, dass freundliche Reden heilen können und so manch gebrochenes Herz auf den Weg der Heilung bringen können. Was spricht also dagegen, wenn wir es auch für unsere Nächsten so halten: freundlich sein, ehrlich sein, gut tun und heilen – an Leib und Seele.